Magische Momente – Angkor – Magic Moments

Es ist 5.20 Uhr. Magische Stille. Aus dem Dschungel ringsum ist nur das Gezwitscher der Vögel zu hören. Es ist fast noch dunkel. Ich bin allein. Allein in Bayon, einer der faszinierendsten Tempelanlagen der ohnehin so beeindruckenden, so unzähligen Tempelanlagen um Siem Reap. Bin allein mit diesen majestätisch thronenden Antlitzen von so seltsamer Schönheit. Langsam geht die Sonne auf…
Auch mehr als dreißig Jahre Krieg und das Terrorregime von Pol Pot haben es nicht vermocht die alten kambodschanischen Tempel um Angkor in Schutt und Asche zu legen. Im Lauf des letzten Jahrzehnts sind diese heiligen Stätten wieder zu einer der größten Touristenattraktionen in Südostasien geworden.

Es war ein langgehegter Traum Angkor zu besuchen und als ich dort endlich in diesen grandiosen Bauwerken stand, war ich auf eine Art überwältigt, die ich mir nicht hatte vorstellen können.

Angkor bleibt ein magischer Ort, auch wenn man ihn mit Tausenden von Touristen teilen muss. Es ist schön, dass der Herdentrieb und die Gewohnheiten der Menschen es mir immer wieder ermöglicht haben fast allein in Tempeln zu sein, die ein wenig abseits der touristischen Hauptachsen lagen. Um die Mittagszeit versinkt sogar  Angkor Wat, der größte Menschenmassenmagnet, in einem bleiernen Dämmerschlaf und wenn man die Gluthitze erträgt, muss man diese grandiose Anlage nur mit wenigen anderen teilen.  Denn es ist heiß in Siem Reap, so heiß wie in Vietnam im Moment, um die 35° C, oft mehr,  bei einer Luftfeuchtigkeit um die 100%.
Für die Jüngeren unter meinen Lesern, die vielleicht noch nicht von Angkor gehört haben, sei angefügt, dass der Film Tomb Raider u. a. in den Tempelanlagen von Ta Prohm gedreht worden ist.


Die Auswahl der Fotos ist mir schwergefallen, habe ich doch Hunderte gemacht in meinen Tagen in Angkor. Ich mache garnicht erst den Versuch euch die Namen der unzähligen Tempel zu nennen, bin doch selbst  schon nicht mehr in der Lage all meine Bilder ihren Entstehungsorten richtig zuzuordnen. Jede in Stein gehauenen Apsara – Tempeltänzerin – sieht anders aus und doch sind diese wunderbaren Abbildungen so zahlreich, dass es meine Auffassungsgabe schlicht überfordert. Wo auch immer ich sie sah, war ich von ihrer Schönheit überwältigt. Wenn Steinmetzarbeiten die Filigranität eines Seidenstoffes darstellen können, so empfinde ich dies als außergewöhnlich.

Es spielt kaum eine Rolle, wie sehr man sich auf einen Besuch vorbereitet hat oder wie viele Bilder man von Angkor gesehen hat. Mit nichts ist die Erfahrung zu vergleichen, da mitten im Dschungel in diesen Tempelruinen zu stehen.

Auch wenn viele der Tempel dem Kampf mit der Natur unterlegen sind, man mitunter nur noch grandiose Ruinen durchwandert, so sind die Tempel auch weiterhin von einer Vielzahl von Mönchen belebt. Religion ist hier auf schöne Art sehr lebendig.

Als ich das erste Mal staunend die Säulengänge und  an den filigranen  Wandbildhauereien entlangschritt, die die Vergangenheit wie in einem Bilderbuch lebendig werden lassen, habe ich mich gefühlt, als ob sich meine Wahrnehmung der Zeit verändert hat, als wäre sie elastisch geworden, als flöße sie nicht mehr linear.

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