Pet culture shifting dogs of Chinese menue…

… lautete kürzlich die Schlagzeile eines Artikels in der South China Morning Post, eine über 600 Jahre alte Tradition verändere sich. Die zunehmende Rolle des Hundes als Kuscheltier in China hinterlässt auf der Speisekarte allmählich eine Lücke. So geht eine Änderung der Lebensgewohnheiten also mit einer Veränderung des Essverhaltens einher. Der Hund als Haus- und Kuscheltier will dann doch nicht mehr so richtig schmecken! Eine der häufig gestellten Fragen zu meinem  Jahr in Jinan/China war die folgende: „Hast du auch mal Hund gegessen?“ Ich konnte die Frage verneinen. Ich weiß auch nicht, warum die Chinesen so oft mit Hund auf der Speisekarte assoziiert werden, denn sie sind wahrhaftig nicht diejenigen, die man zuerst mit Hundebraten in Verbindung bringen sollte. Ich habe damals dazu gelernt und erfahren, dass Hund in Korea viel häufiger gegessen wird. Alle Chinesen, die ich fragte, ob Hund bei ihnen auf dem Teller lande, hielten sich auffällig zurück, keiner rückte so richtig mit der Sprache heraus. Nur Whiley, Ralfs Fahrer erzählte mir, dass Hund besonders im Winter sehr gut von innen wärme, er selber aber keinen esse. Ich habe nirgendwo in China Fifi am Spieß gesehen, weder gegrillt auf der Straße noch auf der Speisekarte im Restaurant.
Hier in Nordvietnam dagegen, kann man die Vierbeiner an so einigen Ecken und Straßenständen sehen. Hunde sind ein beliebter Snack, besonders in gewissen Mondphasen. Da das Tier am Stück gegrillt wird, so in der Art wie Spanferkel, ist es für mich  leicht als Wauwau zu identifizieren. Besonders die für Hunde typischen Bisswerkzeuge beweisen, dass man hier kein Ferkelchen vor sich hat. Ralf, ein Bekannter aus Saigon – Südvietnam, wo Hunde als Nahrungsmittel nicht ganz so gefragt sind – wohnte vor Jahren in einem Stadtteil mit überwiegend nordvietnamesischer Bevölkerung, als das häusliche Schoßhündchen plötzlich spurlos verschwunden war. Das passierte in der Nachbarschaft nicht zum ersten Mal, sondern war gängige Praxis. Ein Zug durch die einschlägigen Restaurants und die Zahlung eines Lösegeldes führte schließlich dazu, Fifi aus den Klauen der Hundefleischgourmets zu befreien. Zur Ehrenrettung der Bevölkerung von Hanoi muss aber gesagt werden, dass hier trotzdem freilaufende Hunde im Straßenbild zu finden sind und mittlerweile auch besondere Exemplare angeleint gehen… die haben dann sicher auch kein Plätzchen mehr auf der Speisekarte, sondern eines auf dem Schoß oder im Körbchen.
Gerade habe ich hier in der Presse gelesen, dass an der vietnamesischen Grenze ein Transporter gestoppt wurde, der versuchte, gestohlene Hunde aus Thailand über die Grenze zu schaffen. Eine Vielzahl der armen Viecher war schon erstickt.
Ihr seht, man tut den Chinesen ein wenig Unrecht. Bleibt jedoch festzuhalten…Geschmäcker sind verschieden! Nicht alles, was so auf unseren Speisekarten steht, ist immer wirklich appetitlich, oder?
Nun denn, wohl bekomm’s.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s