Me Tri Tu Liem My Dinh – so wohnen wir – Blick aus dem Fenster

Vietnam ist in mancher Hinsicht ein ebenso kontrastreiches Land wie China. Meine Erfahrungen aus Jinan erleichtern mir das Leben hier ungemein. Eine meiner liebsten Übungen in China war der Blickwechsel. Diese Übungen kann ich hier fortsetzen: mein Blick fällt auf unser Wohngebäude. Es sieht bombastisch aus, exklusiv, teuer, gut, man sollte nicht ganz genau schauen, denn Gebäude haben hier im Vergleich zu daheim eine andere Lebensdauer… ich drehe mich um und sehe einfache Behausungen mit Wellblechdach, umgeben von Unrat. In China stand ich einmal hinter einem 5-Sterne-Hotel und neben mir war die Pappbehausung eines Behinderten, der auf der Straße lebte…

Die Gegensätze hier sind  zwar nicht so extrem wie in China,  doch immer noch recht beachtlich. Den ersten roten Rolls-Royce meines Lebens habe ich letzte Woche hier gesehen!
Ich lebe hier natürlich auch nicht wie der Otto-Normal-Vietnamese und dafür bin ich sehr dankbar. Ich benötige  mitunter einfach Ruhe und das Gefühl die Welt draußen auch draußen zu lassen. Hier in Me Tri ist es erheblich ruhiger als mitten in der Stadt, doch so wirklich Ruhe ist hier natürlich nie. Auch in der Wohnung höre ich noch das Gehupe auf der Straße… Noch könnte man sagen, dass wir hier am westlichen Stadtrand leben, doch ich glaube nicht, dass das hier noch lange Stadtrand bleiben wird, wenn ich all die Baukräne sehe. Die Stadt wächst unaufhörlich, was auch damit zu tun hat, dass der Lebenstandard steigt und damit auch die vom Einzelnen beanspruchte Quadratmeterzahl.                                                                                   Bis in die Stadt brauche ich  mit dem Bus normalerweise, je nach Tageszeit und Zielort 30 Minuten bis eine Stunde. Ich habe noch keinen Vietnamesen gefunden, der versteht, warum ich Bus fahre. Ich könnte doch alle Strecken im Taxi zurücklegen oder auf den Fahrer zurückgreifen. Aber gerade das Busfahren hat es auch schon in China spannend gemacht, denn der Bus nimmt eben nicht die kürzeste Route und ich liebe diese Entdeckungsreisen, bei denen ich Gegenden, Situationen, Menschen und Dinge sehe, die mir sonst verborgen geblieben wären. Manchmal steige ich einfach in unbekannte Linien und schau, wohin ich getragen werde… es gibt ja schließlich einen Bus zurück!                                                                                                                   Hier meine Monatskarte. 80.000 Dong kostet sie, das entspricht in etwa 2,67 Euro.

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